Jeder Lernprozess läuft über die menschliche Beziehung, und jede Beziehung gründet sich auf eine Qualität des Zuhörens.

Das Leben in der Klasse ist wie ein aus den Beziehungen aller anwesenden Individuen geflochtenes Netz , ein Hintergrund, auf den sich die Kinder zum Lernen stützen werden. Seine Qualität hängt zum Grossteil von der Präsenz der Lehrkraft ab.

Man unterrichtet mit dem, was man ist.

Erfahrung und Kenntnisse sind wichtig, aber nie im gleichen Masse wie die Persönlichkeit des Unterrichtenden.

Die Pädagogik des Hörens hilft dabei, sich all dessen bewusst zu werden, was die in der Stimme mitschwingende affektive und emotionale Dimension ins Spiel bringt: die Wirkung der eigenen Stimme auf einen selbst und auf die anderen, die Wirkung der Stimme der anderen auf einen selbst, der Einfluss dieser Reaktionen auf die Kommunikation, die Rolle des bewussten und unbewussten auditiven Gedächtnisses. Diese Pädagogik bringt die Lehrkraft in Kontakt mit der Qualität ihrer Präsenz und lässt sie allmählich die positiven Auswirkungen entdecken, die durch die Aufgeschlossenheit ihres eigenen Zuhörens in ihrer Arbeitswelt ebenso wie in ihren Beziehungen ganz allgemein entstehen.

Pädagogische Hilfsmittel

Diese Pädagogik gründet sich auf die Klangentwicklung beim menschlichen Wesen und greift die verschiedenen Etappen auf, die dem Spracherwerb vorangingen; dies ermöglicht unter anderem Abhilfe bei Schwierigkeiten im mündlichen oder schriftlichen Ausdruck.

Zuhören regt zum Zuhören an

Zuhören ist in der Tat ansteckend! Die Lehrkraft braucht nicht mehr die Stimme zu erheben, um sich Gehör zu verschaffen : indem sie bereit ist, an ihrem eigenen Zuhören zu arbeiten, wird sie auch bei ihren Schülern wachsende Bereitschaft feststellen. So kann sie die stimmliche und nervliche Erschöpfung vermeiden, die durch ständig notwendiges Disziplinieren verursacht wird.

Die Pädagogik des Hörens bietet eine Reihe von fortschreitenden Übungen an, die von den Klängen der Sprache ausgehen. Es handelt sich nicht um Vokaltechnik. Es geht nicht ums Imitieren, sondern darum, seine eigene Stimme zu finden und über sie eine klare und echte Beziehung zu sich selbst und den anderen aufzubauen.

Dies ist eine ergänzende Ausbildung, die den Einzelnen in seiner Ganzheit einschliesst: ein Weg über das Sein-Können zum Besser- tun - Können.

Sie findet in Gruppenkursen oder Einzelstunden statt.